Kinderarmut

In Deutschland leben über 2,5 Millionen Kinder in Einkommensarmut. Dies entspricht etwa 18,5 Prozent aller Personen unter 18 Jahren. Das Ausmaß der Kinderarmut hat sich hierbei in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt. Nähere Informationen zu Definition und Ausmaß von Armut finden Sie hier. Einen umfassenden Überblick über das Thema „Kinderarmut in Deutschland“ und notwendige politische Maßnahmen bietet zudem eine aktuelle Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums, die Sie hier herunterladen können.

Wie zahlreiche Studien zeigen, hat das Aufwachsen in Armut schwerwiegende Folgen:

  • Arme Kinder sind von der sozio-kulturellen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.
  • Dies hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit, das Selbstbild und Selbstwertgefühl, das individuelle Wohlbefinden und die Entwicklung von kognitiven und sozialen Kompetenzen.
  • Arme Kinder haben schlechtere Wohnbedingungen.
  • Durch die PISA-Studien belegt ist außerdem, dass deutlich schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss bestehen.

Da Kinder die Leistungsträger der Gesellschaft von morgen sein sollen, ist dies auch aus ökonomischer Sicht ein untragbarer Zustand. Anlässlich des Jahres der Armut und sozialen Ausgrenzung, das die Europäische Kommission initiiert hat, werden auch wir im Jahr 2010 in einer großangelegten Kampagne auf dieses Thema hinweisen. Infos dazu finden Sie hier in Kürze.

Wir fordern:

  • einen umfassenden Ausbau der Betreuungsinfrastruktur zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbstätigkeit und zur Verminderung von unterschiedlichen Chancen der Kinder durch eine qualitativ hochwertige Betreuung.
  • kostenfreie Bildung und Betreuung von der Kindertagesstätte bis zur Universität.
  • die bedarfsgerechte Bemessung der Sozialgeldregelsätze für Kinder sowie weiterer familien- und sozialpolitischer Leistungen wie Kindergeld und Kinderzuschlag (weitere Infos dazu siehe hier).
  • die mittelfristige Einführung einer einheitlichen Kindergrundsicherung für alle Kinder (weitere Infos in unserem Konzept für eine Kindergrundsicherung sowie auf der Website des „Bündnisses Kindergrundsicherung“).