Die Kinder des Monsieur Mathieu – Filmkritik
Der Film “Die Kinder des Monsieur Mathieu” aus dem Jahre 2004 von Christophe Barratier ist der erfolgreichste französiche Film (8 Millionen Kinobesucher allein in Frankreich) der letzten Jahre. Das ist umso bemerkenswerter als es sich um eine handfeste Kritik an autoritärem, uneinfühlsamem Erziehungsstil handelt. Der Pedell, ein Lehrer/Erzieher kommt neu in ein Internat mit zT schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen. Dort herrschen strenge Sitten und Regeln, die aber immer wieder übertreten werden. Eine Bestrafungsspirale schaukelt sich hoch, deren Opfer die Kinder und Jugendlichen sind, deren Charaktere dadurch immer schlechter werden, ebenso wie ihre Zukunftschancen. Der neue Lehrer gibt den Kindern am ersten Tag die Aufgabe über ihre zukünftigen Berufe und Ideale zu schreiben und es beginnt eine eindrucksvolle Geschichte der Hoffnung. Der Lehrer glaubt an sie und gibt ihnen Chancen sich zu bessern, hört ihre Probleme an und interessiert sich für ihren Lebenshintergrund. Kernstück der Geschichte aber ist die Organisation eines Chores, den der neue Lehrer zusammen mit den Kindern aufbaut und der mit einem Schlag die in den Kindern schlummernden Fähigkeiten auf absolut besondere Weise deutlich macht. Die Musik, die er dabei produziert, ist zum Niederknieen. Die Idee mit scheinbar aufgegebenen Kindern aus scheinbar desolaten Verhältnissen noch etwas Sinnvolles anzustellen, sogar schöne Kultur zu produzieren, statt Zerstörung und Chaos, wird in diesem Film ermutigend vor Augen geführt. Der Lehrer aber muss dabei selbst auch leidenschaftlich sein, sonst wird es nichts. Wunderschöner Film über das Gute im Menschen und die Kraft, die selbst die ”Erniedrigten und Beleidigten” noch in sich tragen. Wenn sie einer in ihnen hervorholt, ihnen Mut macht, an sie glaubt!
POSTED ON 19. März 2010,