Tagespflegepersonen ohne Lobby?

Was ist Tagespflege? Warum wird sie so stiefmütterlich behandelt? Stimmt es, dass es sich um eine niedriger qualifizierte Betreuungs- und Versorgungsinstitution handelt, die hinter der Krippenerziehung zurücksteht?

TagesmutterTagespflege ist in erster Linie eine familienähnliche Betreuungsmethode für Säuglinge und Kleinkinder zwischen 0 – 3 Jahren. Sie findet meist in einer kindgerecht eingerichteten Privatwohnung oder in einem Haus mit Garten statt, wo in der Regel nicht mehr als 3 bis 5/6 Kleinkinder zusammen betreut werden. Zur Tagespflege gehört, dass eine positive Bindung aufgebaut, also eine bezugspersonenähnliche Freundschaft zwischen dem Kind und der „Ersatz“-Mutter angestrebt und geschaffen wird. Die Tagespflegepersonen absolvieren zu dem Zweck Eingangs- und Folge-Lehrgänge, in denen sie besonders mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Frühpädagogik (early education) bekannt gemacht werden.

Oft handelt es sich auch um ErzieherInnen, HeilerzieherInnen und KinderpflegerInnen, die nur ungern mit größeren Kindern oder in größeren Institutionen arbeiten, Familie und Beruf so besser vereinbaren können oder, denen es lieber ist, ihr eigener Chef zu sein und sich den Tag nach den Bedürfnissen der Kinder und nicht nach denen einer Großeinrichtung einzurichten. In den selteneren Fällen handelt es sich um Menschen aus pädagogikfremden Berufsgruppen, dann sind es in der Regel Mütter oder Großmütter, die auf eine lange Erfahrung im Umgang mit Kindern zurückblicken.

Tagespflegepersonen werden sehr genau kontrolliert, bevor sie die Erlaubnis bekommen, in diesem sensiblen pädagogischen Gebiet tätig zu sein. Eltern schätzen diese Art der Betreueung von Kleinstkindern oft sehr, da sie ähnlich einer Verwandtschaft oder intensiven Freundschaft individuell aufgebaut und gestaltet werden kann und dann das Kleinkind mit weniger Schuldgefühlen für die Zeit der Arbeit verlassen werden kann.

Leider haben Tagesmütter selbst sehr häufig das Gefühl, dass ihre Arbeit in seiner pädagogischen Qualität nicht genügend geschätzt wird und von Ämtern und Öffentlichkeit zu wenig Anerkennung und Wertschätzung erfährt. Das muss anders werden. Wie kann man die Vereinzelung in der Tagespflege aufheben, wie kann man die Wertschätzung ihrer Arbeit allgemein erhöhen?

Im Herbst soll zu dem Thema „Tagespflege“ unter dem Aspekt „Bindungsforschung“ eine Tagung stattfinden. Koordination unter: DKSB-HST@web.de, Stichwort Tagespflege

Interessierte an diesem Thema, bitte dringend melden!

Lernen ohne Noten – Vortrag

Das geht nicht   –   Dann wird man nicht dran gewöhnt, dass man später auch oft bewertet wird   – Das brauchen Kinder, sonst werden sie bequem, faul, nachlässig

So lauten einhellig die Urteile über eine notenfreie Schule. Am liebsten würde mancher Benotung schon im Kindergarten anfangen. Warum aber sprechen sich heute sogar schon Hirnforscher gegen Noten aus?

Lernen ohne Noten, geht denn das?

„Nachdem man sich in den siebziger Jahren auf die Reformpädagogik rückorientierte und das Prinzip der Integration (Einbeziehung Ausgeschlossener) gegen das der Segregation (Aussonderung) stellte und mehr und mehr Veröffentlichungen zum Thema „Schule und Angst“ besonders im Rahmen der Heil- und Sonderpädagogik kursierten  (Hellbrügge u.a., 1970, 72), die Noten als Ursache von Angst entlarvten, schienen Noten historisch passe´ zu sein. In den ersten Klassen wurden Noten abgeschafft, die skandinavischen Länder schafften Noten bis zur 8. Klasse ab, Reformschulen, die bis zum Abi ohne Noten auskamen, wurden gegründet. Diese Entwicklung ist rückläufig. Im Bereich Verhaltensgestörtenpädagogik wich man nie von inhumanen Tolking-Systemen (Belohnungssysteme mit Marken) ab, die angeblich die einzige Möglichkeit blieben, die zT. schweren Verhaltensstörungen abzubauen. In Berufs-, und Fachschulen, die unter anderen auch Erzieher und Heilpädagogen/ Heilerziehungspfleger ausbildeten, wurde die Option Notenfreiheit niemals diskutiert. Doch wie kann aber jemand auf Noten verzichten und andere Leistungsrückmelder einsetzen, wenn er selbst unter der Knute des Notendiktats und des Sitzenbleibens zu leiden hat?“ (weiterlesen)

Was sind Noten?

Noten sind in Lob und Strafe aufgeteilte Rückmelder. Allerdings sind drei von ihnen strafende Rückmelder. Das könnte auch anders sein. In unserem Vortrag stellen wir Alternativen zur „Pädagogik der Angst“ dar, denn  Strafe hat eine negative Vorbildwirkung.

Strafen signalisieren dem Betreffenden auch immer wieder seine eigene Unzulänglichkeit, weisen ihn auf seine Fehler hin, sind am Defizit, statt an seinen Ressourcen orientiert, der Betreffende verliert den Glauben an sich selbst. Es darf nicht sein, dass ein strafende Elemente enthaltendes Leistungsbewertungssystem immer noch unsere Schulen beherscht.

Der Vortrag: „Schule ohne Noten“ kann über den Kinderschutzbund Stralsund gebucht werden. Fort- und Weiterbildung für Kitas, Schulen, Beschäftigte im Erziehungswesen und andere Interessierte

Ritalin und ADHS – Vortrag

Ritalinkonsum weitet sich aus. Immer mehr Kinder betroffen. Wie kann man sein Kind schützen, wie können wir helfen? „In Zeiten des Massenfernsehkonsums und der »Hartz IV«-Kinderarmut hat sich die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu einer handfesten Massenhysterie ausgewachsen. Verschrieben wird gerne das Amphetamin-ähnliche Methylphenidat, besser bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin. Im Jahr 1985 gab es in der BRD etwa 150 Ritalin-Kinder. 2006 waren es ungefähr 600 000. Es gab selbstverständlich auch in den 80er Jahren Konzentrationsschwächen, Aggressionen und Unruhe bei Kindern. Viele verschiedene Ursachen wurden diskutiert. Heute zieht man sich immer mehr auf die Veränderungen im Hirnstoffwechsel zurück. Der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther hat in seinen »Alm-Projekten mit Ritalinentzug« allerdings bewiesen, daß einfache Outdoor-Aktivitäten Ritalin ersetzen können.“

Ist die Störung ADHS womöglich Folge von Angst, Vernachlässigung, Fernsehkonsum u.ä.. dann kann auch das beste Ritalin nicht weiterhelfen.

Zu diesem Thema können Sie beim DKSB Stralsund einen Vortrag zu buchen, diskutieren Sie mit uns über den „Unsinn der Ritalin-Diagnose“ . Für Kitas, Schulen, Lehrer und andere Interessierte.

Über den Begriff der Verwöhnung Vortrag

Wer klagt nicht über verwöhnte Kinder. Kinder, die zu bequem sind, frech, faul und anstrengend. Das alles, hört man allerorten, käme, so sagt man, von der Verwöhnung. Man sei zu milde zu ihnen, zu schwach, zu sanft, zu nachgiebig und lasse sich von ihnen auf der Nase herumtanzen. Der Verwöhnungsbegriff hat sich zu einer ubiquitären Erklärung ausgeweitet. Oftmals glauben Kinder als Erwachsene selbst an diese Erklärung für ihre Störungen. Der wirkliche Verwöhnungsbegriff meint das materielle Zuviel als Ersatz für adäquate Liebe, sowie das einengende Erdrücken im Namen angstbesetzter Sorge. Beides Erziehungsprobleme und -fehler, die dadurch entstehen, dass sich bei Eltern wegen bestimmter Mängel Schuldgefühle anhäufen, diese müssen ausgeglichen werden und das versuchen sie mit dem sogenannten verwöhnenden Verhalten. In der Folge entsteht bei Kindern massive Desorientierung. Falsch wird aber immer verstanden, dass es im Falle der „Verwöhnung“ nicht um ein Zuviel an Zärtlichkeit, Liebe, Freundlich- und Aufmerksamkeit, sondern um ein „Zuwenig“ geht. Unser Vortrag/auch als Seminar beleuchtet den pädagogischen Hintergrund des Verwöhnungsbegriffs und ist buchbar über den Kinderschutzbund Stralsund.

Bindung macht selbstständig

Vortrag des Kinderschutzbundes

freies fröhliches KindDie Bindungstheorie nach Bowlby ist eine interessante Sache, sie kommt nämlich zum Ergebnis, dass diejenigen Kinder am frühesten selbstständig werden, deren Bezugspersonen sie in der frühen Kindheit liebevoll und fürsorglich umhegen. Eine kühle, unsichere und gleichgültige Kommunikation verursacht Anklammerungsverhalten. Diese Tatsache ist für den Kinderschutz außerordentlich wichtig und muss verbreitet werden. Wie können wir aber eine gute Bindungsfähigkeit „erlernen“ und vor allem interessierten Eltern vermitteln?

Der Vortrag kann gebucht werden über: DKSB-HST@web.de
DKSB e.V. in Stralsund, 03831-340838 / 0176-61103970, DKSB-hst@web.de