Filmtipps

Good Will Hunting
Der 20-jährige Will Hunting wohnt in einer heruntergekommenen Gegend in Boston. Sein Geld verdient er als Kleinkrimineller und mit Hilfstätigkeiten. Als er in einem renommierten Institut in Cambridge putzt, löst er -nebenbei- die im Flur für Studenten angeschriebenen mathematischen Aufgaben mühelos. Der Mathematikprofessor Lambeau entdeckt sein mathematisches Genie. Er will es Unbedingt fördern unter der Bedingung, dass Will Hunting eine Therapie macht. Nach fünf Versuchen gelangt dieser an den Psychologen Sean Maguire (Robin Williams), der auf Grund seiner eigenen traumatischen Kindheit Zugang zu Will Hunting findet. Es kann ihm helfen, seinen Lebensweg zu finden.

Der Club der toten Dichter
Carpe Diem – nutze den Tag ist der wichtigste Lehrsatz des Englischlehrers John Keating (Robin Williams). Mit großer Ausstrahlung und neuen Lehrmethoden bringt er die gesamte Schule, ein Internat für Jungen, in ihren starren Traditionen völlig durcheinander. Mit Humor und Menschlichkeit kämpft er für Poesie, Liebe und Phantasie, die „das Leben lebenswert machen“. Er lehrt seine Schüler, Persönlichkeit zu entwickeln und sich selbst treu zu bleiben. Doch damit macht er sich unbeliebt. Seine Gegner schrecken vor nichts zurück und ein Verräter ist schnell gefunden …

Bekas
Irak 1990. Die kurdischen Waisenkinder Dana und Zana kämpfen täglich ums Überleben. Als sie „Superman“ im Kino sehen, haben die Brüder ein gefährliches Ziel: Auf nach Amerika – um jeden Preis. Unterwegs begegnen ihnen Menschen, die ihre kindliche Fantasie ernst nehmen und ihnen helfen, weil sie erkennen, dass die Kinder so eine Hoffnung haben. Andere verstoßen sie und wünschen ihnen den Tod, weil sie „lästig“ sind. Dana und Zana kommen nicht nach Amerika, werden aber selbst zu zwei kleinen Superhelden, die einem Leben wie aus der Hölle entkommen wollen.
(Der Regisseur Karzan Kader erzählt hier seine eigene Kindheitsgeschichte. „Ich wollte den Kriegsschrecken mit Humor begegnen“, … um das Absurde darstellen zu können.)

Abbitte
Ein berührender, verstörender und überwältigender Film über Liebe, Angst und Hoffnung. Ein Film auch darüber, wie Kinder in den Verstrickungen ihres Lebens und der, oft von ihnen nicht verstandenen, Erwachsenenwelt agieren und reagieren.

Seinen Nächsten nicht zu lieben, ist Gewalt.
Einem verirrten Kind den Weg nicht zu zeigen, ist Gewalt.
Einem durstigen Kind kein Glas Wasser zu geben, ist Gewalt.
Ein Volk hungern zu lassen, ist Gewalt.
Gewalt nicht zu widerstehen, ist auch Gewalt.

Billy Elliot
Ein wunderbarer Film über das Heranwachsen eines irischen Jungen, der so gar nicht den Vorstellungen seines Vaters entspricht. Dieser zahlt Billy Boxstunden, damit er stark wird und später als Mann kämpfen kann.
Billy muss dafür in einer Turnhalle trainieren, in welcher auch das Mädchenballett seine Übungsstunden abhält. Mehr und mehr fühlt er sich vom Tanzen angezogen bis dahin, dass die Lehrerin sein Talent erkennt. Sie möchte, dass Billy in der Tanzgruppe mitarbeitet.
Die Probleme sind vorprogrammiert, nehmen dann aber eine wunderbare Wendung.

Das Fest
Dieser Film aus dem Jahre 1998 von Thomas Vinterberg ist ein bedeutender Film zum Thema Kindesmissbrauch. Der erwachsene Sohn eines 65-jährigen erfolgreichen Geschäftsmannes deckt auf der pompösen Familienfeier das Unfassbare und Unglaubhafte auf: Er und seine Zwillingsschwester sind vom Vater missbraucht worden. Niemand glaubt ihm, scheinbar unbeeindruckt geht das Fest weiter, der Vater bleibt wie ein Fels in der Brandung unerschütterlich, der Sohn wird hinauskomplementiert. Doch als er nicht locker lässt, als er Unterstützung bekommt, bricht allmählich die Mauer aus Verdrängung und Verleugnung. Eine spannende Erzählung, die einen von der ersten Minute in Atem hält und allen Opfern von Misshandlung und Missbrauch Mut macht, den Kampf gegen den Täter nicht aufzugeben. Das Wichtigste dabei ist, ihm seine Reputation zu rauben. Am Ende des Films sitzt der Vater isoliert da und hat seine Macht über die Familie verloren.
„Das Fest“ ist ein psychologischer Film, der die Mechanismen von Verdrängung, Projektion, Verschiebung und Verleugnung anschaulich und nachfühlbar gestaltet. Unbedingt sehenswert!

Das weiße Band
Das weiße Band ist ein unbedingt empfehlenswerter Film, wenn man sich näher mit Pädagogik beschäftigt. Einzureihen in die große Literatur der Anti-Pädagogik (z. B. Brief an den Vater, Kafka), einer Pädagogik, die dem Kinde nachgeht, die das Kind verstehen, statt erziehen (nach Paul Moor) will. Der Film bringt in Bilder, was wir bisher nur aus Büchern wussten, nämlich, dass Angst machende Erziehung krank macht.
Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf im Norden, in dem sich seit Hunderten von Jahren nichts verändert hat und ein Vater Erziehungsmethoden der Angst verwendet. Das weiße Band ist das Band, „mit dem man die Kinder kennzeichnet, um sie gegen die Sünde gefeit zu machen“ und „das sie tragen müssen, solange die Strafe andauert … das weiße Band im Haar, die Rute auf dem Körper, die Ringe unter den Augen, der zusammengepresste Mund des verzweifelten Kindes, das nach Rache dürstet, ohne es zu wissen“.
Ein sehr besonderer Film über die Geschichte der Erziehung. So haben also die Menschen die Kinder vor hundert Jahren erzogen, daher kommen wir also, wenigstens unsere Groß- und Urgroßeltern, aus solchem Elend der Angst. Das hat kein anderer Film als „Das weiße Band“ so gut wirklich deutlich gemacht. Doch „das Unterdrücken geht nicht ohne Schäden ab“. Wenn wir uns genau erinnern, wenn wir richtig nachdenken und in uns gehen, dann haben wir alle am eigenen Leibe erlebt, wohin eine Pädagogik der Angst führen kann. Der Verdienst des Filmes „Das weiße Band“ ist, dass es diese Zusammenhänge für jeden nachfühlbar deutlich macht und dabei doch auch ein sehr schöner Film bleibt. Absolut empfehlenswert!

Die Kinder des Monsieur Mathieu
Der Film aus dem Jahre 2004 von Christophe Barratier ist der erfolgreichste französische Film (8 Millionen Kinobesucher allein in Frankreich) der letzten Jahre. Das ist umso bemerkenswerter als es sich um eine handfeste Kritik an autoritärem, uneinfühlsamem Erziehungsstil handelt. Der Pedell, ein Lehrer/Erzieher kommt neu in ein Internat mit z. T. schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen. Dort herrschen strenge Sitten und Regeln, die aber immer wieder übertreten werden. Eine Bestrafungsspirale schaukelt sich hoch, deren Opfer die Kinder und Jugendlichen sind, deren Charaktere dadurch immer schlechter werden, ebenso wie ihre Zukunftschancen. Der neue Lehrer gibt den Kindern am ersten Tag die Aufgabe über ihre zukünftigen Berufe und Ideale zu schreiben und es beginnt eine eindrucksvolle Geschichte der Hoffnung. Der Lehrer glaubt an sie und gibt ihnen Chancen sich zu bessern, hört ihre Probleme an und interessiert sich für ihren Lebenshintergrund. Kernstück der Geschichte aber ist die Organisation eines Chores, den der neue Lehrer zusammen mit den Kindern aufbaut und der mit einem Schlag die in den Kindern schlummernden Fähigkeiten auf absolut besondere Weise deutlich macht. Die Musik, die er dabei produziert, ist zum Niederknien. Die Idee mit scheinbar aufgegebenen Kindern aus scheinbar desolaten Verhältnissen noch etwas Sinnvolles anzustellen, sogar schöne Kultur zu produzieren, statt Zerstörung und Chaos, wird in diesem Film ermutigend vor Augen geführt. Der Lehrer aber muss dabei selbst auch leidenschaftlich sein, sonst wird es nichts.
Wunderschöner Film über das Gute im Menschen und die Kraft, die selbst die „Erniedrigten und Beleidigten“ noch in sich tragen. Wenn sie einer in ihnen hervorholt, ihnen Mut macht, an sie glaubt!